Sonderausstellung „Treibsand“
24. August bis 10. Oktober 2010;
Dienstag bis Samstag 14.00 bis 17.00 Uhr, Donnerstag 14.00 bis 19.00 Uhr.
Geschlossen an Feiertagen.
Eintritt frei.
Riegerzeile 1a, 12105 Berlin
U 6 Westphalweg
Lageplan (Google)
Andreas Bauschke
Barbara Czarnojahn
Norma Drimmer
Ute Faber
Peter Schlangenbader
SOOKI
Andrea Streit
Verein Berliner Künstler
Ein Aussstellungsprojekt der Martin-Luther-Gedächtniskirche als temporäre Kunsthalle: Malerei, Objekt, Performance, Text, Video und Zeichnung von Andreas Bauschke, Barbara Czarnojahn, Norma Drimmer, Ute Faber, Peter Schlangenbader, SOOKI und Andrea Streit. Ein Gemeinschaftskonzept mit dem Verein Berliner Künstler.
Die Martin-Luther-Gedächtniskirche, 1933 bis 1935 erbaut, ist sichtbar von Symbolen des Nationalsozialismus geprägt und steht heute unter Denkmalschutz.
Als Erinnerungskirche für die Toten des ersten Weltkrieges geplant, wurde die Martin-Luther-Gedächtniskirche in den 1930iger Jahren im Gedankengut der Nationalsozialisten gestaltet und nach Ende des zweiten Weltkriegs als Kirche weiter genutzt. Lediglich die NS-Symbole, wie z.B. die Hakenkreuze, wurden entfernt. So ist die Kirche ein historischer Ort, der die Verstrickung von Religion, Alltagsleben sowie nationalsozialistischer Kunst und Propaganda beispielhaft verdeutlicht.
Treibsand ist ein feiner, vom Winde getriebener Sand, der in alle Ritzen dringen und Mechanismen und Leben ersticken kann. Betritt man ihn, so versinkt man unaufhaltsam, ohne Möglichkeit wieder auf sicheren Boden zu kommen. Ein neuer Wind kann ihn auch wieder fort treiben.
Treibsand ist eine Metapher für mit subtilen Techniken durchgeführte Unterwanderungen des individuellen Bewusstseins. Sie verändern die Disposition gegenüber Ideologien, die dem Einzelnen vielleicht fern gelegen haben. Sie führen zu Umformungen der ursprünglichen Bedeutung gesellschaftlich verankerter Bilder und Mythen, zu einer Neudeutung innerhalb einer herrschenden Machtideologie. Sie entziehen dem kritischen Urteilsvermögen den gefestigten Boden und ersetzen ihn durch den „Treibsand“ subtil veränderter sprachlicher Bedeutungen und Bildersprachen.
Die Künstler zeigen Werke, die zum Teil extra für diesen Ort geschaffen wurden. Es ist keine Gruppenausstellung im herkömmlichen Sinne, nicht die einzelnen Kunstwerke stehen im Mittelpunkt, sondern der Kirchenraum. Die Werke sollen ihn kommentieren und zur Diskussion stellen.
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SOOKI: Die Besichtigung der Fresken des Luca Signorelli im Dom zu Orvieto V (Die Verstoßung in die Hölle) (2010)
Foto: Sooki Koeppel
Eine Ausstellung der evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Mariendorf in Zusammenarbeit mit dem Verein Berliner Künstler. Mit Unterstützung von: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH, Die Wille gGmbH und Berliner Forum für Geschichte und Gegenwart e.V. Text auf dieser Seite: Andreas Bauschke und Norma Drimmer.